Hochgekrempelt: Was kann die nächste Generation der Berliner Startups?

Bild: Zak Suhar

Berlin, Startup-Mekka, 2015 – alle warten begierig auf das nächste große Ding. gründerszene.de sucht gerade den Startup-Newcomer des vergangenen Jahres – junge Unternehmen, die 2014 am Markt Fuß gefasst haben. Doch die nächsten stehen schon in den Startlöchern. Dabei überleben 11 von 12 Startups das erste Geschäftsjahr nicht.
Wir stellen fünf Greenhorns in vielversprechenden Märkten vor: Personalisierung im E-Commerce, individuelle On-Demand-Services, Content Automatisierung, Social Networking und Social Buying.
Wer sind die nächste Generation Berliner Startups und welche Geschäftsidee bringt am meisten Potenzial mit?

 

1. printmade – Personalisierung für B2B-Kunden

 

printmate Screenshot

Man hat die neuen Schuhe noch gar nicht bestellt, da freut man sich schon auf’s Auspacken. So ist das auch bei printmade: Noch nicht einmal gelauncht, macht das Startup seinen B2B-Kunden auf der Website schon vorab mit Rabatten Lust auf das farbenfrohe Produkt. printmate bedruckt Verpackungen mit dem individuellem Design des Kunden. Zielgruppe ist vom Hobby-Verkäufer auf DaWanda bis zum professionellen Onlineshop jeder, der seine Ware auf dem Postweg versendet.

 

2. GoodHands – Dienstleistungsvermittler mit perfekter Preisdiskriminierung

 

Goodhands_ScreenDas jüngste Start-up auf unserer Liste heißt GoodHands. Auf der Website findet man bisher nichts außer ein Anmeldeformular. “Hier können Eltern pädagogische Fachkräfte buchen und sich dazu fünf verschiedene Betreuungsformen aussuchen. Welche das genau sind, könnt ihr sehen, sobald die Seite online geht,” heißt es auf der LandingPage. Bis jetzt können sich Pädagogen und Studenten unverbindlich auf dem Portal bewerben. Die professionelle Kinderbetreuung soll zwischen 12 und 25 Euro kosten. Schaut man sich die Wartelisten für Kitaplätze an, dürfte der Markt auf jeden Fall ausreichend groß sein.

 

3. texton – Die Automatisierungssoftware für Content

 

texton_logoNicht mehr ganz so jung ist texton. Das Unternehmen arbeitet seit letztem Jahr an einem Algorithmus für Roboterjournalismus. Auf Knopfdruck kann texton aus Datenpaketen Texte erstellen. Das Ergebnis soll mit der natürlichen menschlichen Sprachanwendung nahezu identisch sein. Klingt abschreckend, ist aber schon Realität: In Los Angeles wurde letztes Jahr bereits ein Journalistenroboter vorgestellt, auch das Berliner Unternehmen Retresco arbeitet an einer Technologie für automatisch generierte Texte.
Das Startup beschreibt das Geschäftsmodell selbst so: “text-on löst Probleme vieler Branchen durch die erstmalige Möglichkeit, in Bruchteilen von Sekunden Tausende Textzusammenfassungen aus Daten zu erstellen.” Damit ist auch der schier unerschöpflich große potentielle Absatzmarkt definiert: “Für Unternehmen, Institutionen, Universitäten und Medien.” Schließlich gibt es nichts, was das Internet so inflationär hat wie Daten und Websitebereiber so dringend brauchen wie kosteneffizienten Content.

 

4. mandrify – das soziale Netzwerk, das seine Zielgruppe kennt

 

mandrify_screenAnders als viele soziale Netzwerke hat es mandrify nur auf ganz spezifische User abgesehen: Fußballfans. Nachdem mandarify 2014 mit einer Betaversion an den Start ging, um Nutzerinteressen abzufragen, möchte sich die vier Gründer elix Ferber, Dirk Schmachtenberg, Steffen Lorenz und Moritz Andrejewski mit dem Launch der finalen Version diesen Sommer den Markt etablieren. Dabei geht Mandrifyeinen Schritt über die Networking-Funktionen hinaus: der Nutzer soll intuitiv “die neuesten Vereinsnachrichten lesen, den Live-Ticker verfolgen, den nächsten Bolzplatz finden können”. Gleichzeitig soll es möglich sein, Freunde zum Kicken herauszufordern und einen eigenen Live-Ticker vom Bolzplatz für Freunde Zuhause zu erstellen.

 

 

 

5. GroupEstate – Immobilien Sharing Economy für Immobilien

 

group_Estate_ScreenGroupEstate ist eine Plattform, die es erleichtert, Immobilien gemeinsam zu kaufen, zu bauen oder weiterzuentwickeln. Gleichgesinnte können sich als Baugemeinschaft oder Kaufgemeinschaft organisieren, von Experten beraten lassen und Finanierungspläne erstellen lassen. Die Plattform wurde 2014 gegründet und ist aus dem YouIsNow-Programm von ImmobilienScout24 hervorgegangen. Der Gründer Joel Dullroy hat die Idee zu der Plattform aus seiner Heimat Australien mitgebracht, wo es üblich ist, Immobilien in Gruppen zu kaufen.

 

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