GoButler: Eine Nummer für alles

Starinvestor Yoko Winterscheidt
Starinvestor Yoko Winterscheidt rüht die Werbetrommel für GoButler.
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Wir bestellen Sushi beim Lieferdienst, lassen die Schmutzwäsche von der Wäscherei abholen und klicken uns nebenbei durch die Reservierungs-App für den Mietwagen. Gefühlt tausend On-Demand-Dienste “erleichtern” unseren Alltag. Nun gibt es eine einzige Nummer, die alles kann: Das Berliner Start-up GoButler verwandelt das Handy in den persönlichen Concierge. Also der ultimativen Dienstleister also erreicht? Den Gemüsehändler um die Ecke schafft GoButler trotzdem nicht ab. Vielmehr bietet das Outsourcing des Alltags eine Chance für kleine Händler und Dienstleister.

Ein, zumindest in Deutschland, neues Geschäftsmodell, das durch den Star-Investor Joko Winterscheid in der letzten Woche breite Medienwirksamkeit erzielte, ist der neue Stern am Start-up-Himmel Berlins. GoButler vereint sämtliche On-Demand-Services unter einem Dach und verspricht seinen Kunden, alles – sofern legal – für sie zu erledigen. Für den zahlt der Kunde für einen kleinen Aufschlag auf den eigentlichen Marktpreis. Ob Wocheneinkauf, Hotelreservierungen oder Müllentsorgung – alles kann via SMS in Auftrag gegeben und somit outgesourct werden. Kurz gesagt: Kunden dieses Unternehmens sparen sich zeitaufwendige Recherchen nach dem besten Service. Die Idee ist aus den Staaten übergeschwappt und wirft einige Fragen auf, denn immerhin ist das amerikanische Vorbild Magic.com nach kurzer Zeit, aufgrund von Überforderung und zu großer Nachfrage, gescheitert. Hat GoButler das Zeug dazu, Was kann GoButler, was Magic.com nicht kann?

Was macht GoButler anders?

Auch hierzulande hat GoButler zunächst einmal einen Hype kreiert. Die rund 30 Mitarbeiter bekommen täglich über 5.000 Anfragen. Kaum gestartet, sprechen die Eigentümer schon über eine Expansion nach Resteuropa und Asien. Und mit Joko Winterscheidt wurde bereits ein passender Investor gefunden, der sich perfekt als Markenbotschafter eignet – definitiv ein Bonuspunkt gegenüber dem amerikanischen Vorbild und den ebenfalls in Deutschland agierenden Konkurrenten „James, bitte“ und „MyWichtel“.  Eine weitere Stärke von GoButler sind die Gründer an sich: Diese sind nämlich zu einem Großteil ehemalige Mitarbeiter von Rocket Internet, die wohl nicht nur bestens vernetzt sind, sondern auch das Modell Copy Cat besser verstehen als sonst irgendwer. Das Know-How dürfte also vorhanden sein. So viel zu der Frage was GoButler seinen Konkurrenten voraus hat. Aber wie tragbar ist ein Geschäftsmodell dieser Art, und ganz besonders wichtig: Wie wird der durchschnittliche Dienstleister von dem Geschäftsmodell “Alles-on-Demand” beeinflusst? Sind Unternehmen wie GoButler eine Gefahr für den Mittelstand oder können sie ihn sogar vorantreiben?

Potentielle Gefahren

Natürlich geht von Unternehmen wie GoButler tendenziell eine Gefahr für den Einzelhandel aus. Denn durch Partnerverträge, die GoButler braucht, um finanziell erfolgreich zu sein, kann es passieren, dass kleine Einzelunternehmen durch große Ketten verdrängt werden. Ein kleines Beispiel zur Erklärung: Will ein Kunde über GoButler eine Pizza bestellen, würde sich der digitale Diener eher an einen Franchisenehmer richten, um dann von diesem durch einen vermittelten Auftrag Provision einzustreichen. Kleine, inhabergeführte Pizzerien sind wahrscheinlich nicht dazu in der Lage, von dem erwirtschafteten Gewinn noch Prozente abzugeben.

Allerdings ist dies kein Grund zur Besorgnis für den mittelständischen Unternehmer, wie Christian Rauch, Trend- und Zukunftsforscher am Frankfurter zukunftsInstitut, meint: „Ich denke nicht, dass eine Gefahr für den Einzelhandel darstellt, sondern im Gegenteil eine Chance ist, Kunden auf einem neuen Kanal zu erreichen. Was GoButler macht, ist ja letztlich einen konsequentes Angebot fürs Alltagsoutsourcing.“

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