GASAG–Bio10
Die neue Bio-Erdgas-Anlage in Schwedt

Eröffnung in Schwedt

GASAG–Bio10

Text: Martina Reckermann

Nachwachsende Rohstoffe, Reduzierung der CO2-Belastung und eine zukunftsorientierte Erdgasversorgung – Begriffe, die das Herz eines jeden Umweltpolitikers höher schlagen lassen. Die GASAG will all dies mit einem Schlag erreichen, drei Fliegen mit einer Klappe sozusagen oder genauer mithilfe ihrer neuen Bio-Erdgasanlage, die gerade in Schwedt feierlich eröffnet wurde.

Man nehme Mais-, Gras- und Roggen-Ganzpflanzensilage, bearbeite sie und erhalte Bio-Erdgas. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, sonst könnte es ja jeder machen, aber das Grundprinzip stimmt. Die GASAG hat für die Umsetzung dieses Prozesses eine neue Bio-Erdgasanlage im Industriegebiet in Schwedt bauen lassen und 12 Millionen Euro investiert. In acht Behältern werden ab jetzt die sogenannten Inputstoffe, 65.000 Tonnen jährlich, die die angrenzenden Landwirte liefern, zu Rohbiogas verarbeitet. Anschließend wird es getrocknet, entschwefelt und in der Aufbereitungsanlage auf Erdgasqualität veredelt. So umgewandelt, gelangt es zum Verbraucher. Rund 3.000 private Haushalte können so versorgt werden. „700 Normkubikmeter Biomethan werden seit der Inbetriebnahme pro Stunde in das öffentliche Netz der EWE Netz GmbH eingespeist. Damit tragen wir zur Erreichung der Klimaziele der Regierung bei“, so Jörn Wieczorke, Leiter EWE Netz Brandenburg. Auch der Vorstandsvorsitzende der GASAG, Andreas Prohl, wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass diese neue Bio-Erdgasanlage einen weiteren Beitrag zur Erzeugung regenerativer Energie leiste. Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie sei es, Lösungen für eine zukunftsorientierte Erdgasversorgung zu finden. In diesem Prozess spiele Erdgas eine große Rolle. „Bioerdgas ist ein erneuerbarer Energieträger und damit noch umweltschonender als der schon klimaschonende Rohstoff Erdgas. Mit dieser Art der Energieversorgung aus einheimischen nachwachsenden Rohstoffen stärken wir unsere eigene Wirtschaftskraft und schaffen erfolgreiche regionale Kreisläufe“, erklärte GASAG-Chef Prohl stolz. Das Produkt GASAG Bio10 mit einer 10-prozentigen Beimischung von Bio-Erdgas für Privatkunden in Berlin, sowie die 20-prozentige Beimischung für Erdgastankstellen seien Beispiele für diese Art des Wirtschaftens. Mit Bio-Erdgas beliefert werden zukünftig auch dezentrale Klimakraftwerke, die Strom und Wärme für die Wohnungswirtschaft in der Hauptstadt anbieten.